Titelbild, Tag der Epilepsie 2006 Epilepsie -
Alles bleibt anders
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Grußwort

der Schirmherrin Dr. Monika Stolz, MdL, Arbeits- und
Sozialministerin
des Landes Baden-Württemberg
zum Tag der Epilepsie am 5. Oktober 2006

Dr. Monika Stolz, MdL, Arbeits- und Sozialministerin des Landes Baden-WürttembergDer bundesweite Tag der Epilepsie steht in diesem Jahr unter dem Motto “Alles bleibt anders – Epilepsien im Alter“. Die Deutsche Epilepsievereinigung und das Epilepsie­zentrum Kork laden hierzu zu einer zentralen Veranstaltung ein. Diese soll nicht nur über das Krankheitsbild und die Behandlungsmöglichkeiten informieren, sondern auch die Arbeit der deutschen und französischen Epilepsie-Selbsthilfegruppen vorstellen. Gerne habe ich die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernommen.

Bei der Epilepsie handelt es sich um die häufigste chronische Krankheit des zentralen Nervensystems. Das Risiko, an Epilepsie zu erkranken, ist in den ersten Lebensjahren und ab dem 60. Lebensjahr besonders hoch. Am höchsten liegt die Neuerkrankungsra­te mit 15 pro 1000 Einwohner in der Altersgruppe ab 75 Jahre. Die häufigsten Ursachen neu aufgetretener Epilepsien im höheren Lebensalter sind Durchblutungsstörungen des Gehirns, mit anderen Worten Schlaganfälle. 200.000 Menschen erleiden pro Jahr in Deutschland einen Schlaganfall. Epileptische Anfälle im zeitlichen Zusammenhang mit dem Schlaganfall selbst und bis zu einer Woche danach erleiden 15 Prozent der Betrof­fenen. Bei 10 Prozent wird sich später – nach akut überstandenem Schlaganfall – auf­grund der durch den Schlaganfall verursachten Hirnschädigung eine Epilepsie manifes­tieren. Daneben ist es heute im Gegensatz zu früher selbstverständlich, dass Menschen mit Epilepsien, höhere Lebensalter erreichen und somit zum wachsenden Anteil älterer Menschen mit Epilepsien beitragen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, in den letzten Jahren ist die Gesundheitsförderung und Prävention als eine wichtige Aufgabe auch der Ärzteschaft erkannt worden. Gesundheitsförderung und Prävention muss ebenso wie die heilende Medizin durch eine wirksame Gesundheitspolitik gerade in Zeiten des Umbruchs der sozialen Sicherungssysteme unterstützt werden. Unser gemeinsames Ziel muss daher sein, die gesundheitliche Prävention als einen wichtigen Bestandteil in unserem Gesundheits-und Sozialsystem zu etablieren. Die vom Ministerium für Arbeit und Soziales unter Mitwirkung des Regierungspräsidiums Stuttgart, des Landesgesundheitsamtes und der Sozialversicherungsträger in Baden-Württemberg initiierte Neuakzentuierung der Prävention wird hier sicher maßgebliche Impulse geben.

Aufgabe der Gesundheitspolitik ist es jedoch nicht nur, Leistungsansprüche einzuräu­men. Gesundheitspolitik basiert meines Erachtens auch darauf, jedem Einzelnen seine Verantwortung für die eigene Gesundheit aufzuzeigen und bewusst zu machen. Für die eigene Gesundheit ist eine stärkere Eigenverantwortung erforderlich, um die medizi­nisch notwendige Versorgung der Bevölkerung auf hohem Niveau zu erhalten. Damit wird der einzelne Bürger zum aktiven Mitgestalter auf dem Weg zu mehr Gesundheit. Eine wichtige Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang vor allem den Selbsthilfe­gruppen zu. Nicht nur hinsichtlich der psychischen und sozialen Belastungen, die Krankheit oder Behinderung mit sich bringen, können die Selbsthilfegruppen mit ihrem vorbildlichen Engagement den Betroffenen und ihren Angehörigen helfen. Selbsthilfe­gruppen haben in der Zwischenzeit auch auf dem Gebiet der gesundheitlichen Präven­tion eine wichtige Rolle übernommen. Umso wichtiger ist daher die Schaffung eines Bewusstseins über diese Krankheit sowie die Interessenvertretung der an Epilepsie er­krankten Menschen durch die Epilepsie-Selbsthilfegruppen. Die Arbeit ist unverzichtbar geworden. Durch großartiges bürgerschaftliches Engagement wird Hilfe zur Selbsthilfe geleistet, die niemand sonst erbringen könnte – weder der Staat, noch andere Einrich­tungen und Dienste.

Die Arbeit der Epilepsie-Selbsthilfegruppen wird von mir hoch eingeschätzt. Mein be­sonderer Dank gilt all den engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die mit viel persönli­chem Engagement die Arbeit dieser Organisation sichern. Möge es auch weiterhin ge­lingen, mit dieser erfolgreichen Arbeit die Lebenssituation der an Epilepsie Erkrankten zu verbessern.

Dr. Monika Stolz


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Letzte Aktualisierung01.10.2011