Aufruf zum Tag der Epilepsie 2007
Epilepsie - Jetzt bloß nicht umfallen!
Nicht immer offensichtlich, aber trotzdem immer da: Epilepsie hat viele Formen und Gesichter. Macht sich die Krankheit in ihrer stärksten Ausprägung durch einen Krampfanfall mit Sturz und Zuckungen bemerkbar, löst dies bei den Menschen, die ein solches Ereignis beobachten, meist Unsicherheit aus. Was man nicht kennt und einschätzen kann, macht zudem Angst. Einer der Gründe, warum Epilepsie noch immer ein gesellschaftliches Tabuthema ist. Nicht nur die tägliche Auseinandersetzung mit der Krankheit macht den Betroffenen zu schaffen, sondern vor allem auch die gesellschaftliche Ausgrenzung, hinter der in erster Linie Nichtwissen steckt. Viel besser unterrichtet über Epilepsie als die Menschen vor Hundert Jahren sind unsere Zeitgenossen nicht.
Das wollen wir ändern und damit den offenen und vorbehaltlosen Umgang mit Epilepsie möglich machen.
Die Europäische Union hat das Jahr 2007 zum Europäischen Jahr der Chancengleichheit erklärt. Europa, das soll nicht nur eine erfolgreiche Wirtschaftsgemeinschaft sein, sondern auch ein soziales und barrierefreies Staatenbündnis. Das ist auch dringend notwendig, denn oft werden Menschen mit einer Epilepsie nur aufgrund von Vorurteilen daran gehindert, ihre Fähigkeiten in das schulische, berufliche und gesellschaftliche Leben einzubringen. Energie und Kraft werden hier verschwendet und nicht alle haben genügend Selbstvertrauen, sich immer wieder zu behaupten, um dadurch vorwärts zu kommen.
Vor allem aber muss in der Öffentlichkeit das Bewusstsein wachsen, Menschen nicht nach ihren Epilepsien zu beurteilen, sondern nach ihren Fähigkeiten und ihrer Persönlichkeit!
„Behinderte Menschen und ihre Organisationen müssen selbst dafür sorgen, dass Chancengleichheit, Gleichstellung und Integration in der Öffentlichkeit nicht allein mit Themen wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, der Benachteiligung von Frauen und älteren Menschen, Homosexualität und Religionszugehörigkeit verbunden werden, sondern auch Menschen mit Behinderung und chronischer Krankheit gehören.“ (Elisabeth Fischer, Redaktion Selbsthilfe bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe)
„Epilepsie – jetzt bloß nicht umfallen!“ ist das Motto des diesjährigen Tages der Epilepsie .
Wir rufen dazu auf, mit vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen darauf hinzuweisen, dass Epilepsie eine gut behandelbare Krankheit ist, die viele Vorbehalte nicht rechtfertigt.
Menschen mit einer Epilepsie und ihre Angehörigen wollen wir ermutigen, nicht nachzulassen in ihrem Bemühen, um einen optimalen Behandlungserfolg. Die Öffentlichkeit soll ihre Aufmerksamkeit nichtallein auf den Begriff der Epilepsie richten, sondern anerkennen, welche Fähigkeiten uns welches Können Menschen mit Epilepsien aufbringen müssen, um im Leben vorwärts zu kommen. Eine schwierige Arbeit, dabei die Balance zu halten.
Menschen mit Epilepsie brauchen eine starke Lobby. Sie können dazu beitragen. Als Mitglied bei der Deutschen Epilepsievereinigung oder mit einer Spende – zusammen mit dem Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer die wichtigste Basis unsererArbeit. Danke!
Wir haben viele konkrete Hilfsangebote für Menschen mit Epilepsie und ihre Angehörigen:
- Wir sind da, wenn es um die Bewältigung ganz persönlicher Probleme geht.
- Wir informieren über alles Wissenswerte rund um das Thema Epilepsie – fundiert und verständlich.
- Wir vermitteln Kontakte zu medizinischen Fachkräften, Kliniken, Sozialarbeitern und Psychologen sowie zu einer von über 150 Selbsthilfegruppen.
- Wir fördern den gegenseitigen Erfahrungsaustausch und unterstützen Aufbau und Arbeit von Selbsthilfegruppen.
- Wir vertreten die Interessen von Menschen mit Epilepsie und ihrer Angehörigen auf allen politischen Ebenen.
Weitere Informationen zur Deutschen Epilepsievereinigung und zur Epilepsie finden Sie hier.
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